Die Geschichte Chiwas
Chiwas Geschichte ist eng verbunden mit der Geschichte Choresms und ihren zahlreichen und bedeutenden politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Ereignissen.Choresm oder Chvarism, das „Land der Sonne“, galt als historisches und kulturelles Zentrum mit einer grossen Anzahl von alten Siedlungen, wie beispielsweise Toprak Kala, Kirkiz Kala, Koikirilgan Kala, Hasorasp, Chiwa und anderen. Primitive Bewässerungsgeräte für die Landwirtschaft gab es hier schon in der Jungsteinzeit, ungefähr 2.000 Jahre v. u. Z.. Mit Beginn des 9. und 8. Jahrhundert v. u. Z. begannen die Choresmier Lehmhäuser zu bauen.
Chiwa ist eine der ältesten Städte Asiens, gegründet im 5. Jahrhundert v. u. Z.. Über viele Jahrhunderte hinweg führte die Seidenstrasse hier entlang und verband Orient und Okzident. Kaufleute machten Rast, um an einem Brunnen kühles und kristallklares Wasser zu trinken und erfrischt riefen sie „Chei-wach!“ (Oh wie köstlich!), was die Bewohner bewegte, diesem Ort den Namen Cheiwak zu geben. So lautet eine von vielen Legenden über die Entstehung Chiwas.
Eine andere Legende schreibt die Gründung der Stadt Chiwa Sim, dem Sohn des biblischen Noah zu. In ihr wird erzählt, dass Sim nach der grossen Sintflut, durch die Wüste streifend, in seinem Traum 300 brennende Fackeln sah. Als er aufwachte, war er so erfreut über dieses glückliche Omen und gründete die Stadt in Form der Konturen eines Schiffes, so wie er die Anordnung der Fackeln in seinem Traum sah. Er grub einen Brunnen „Cheiwak“, der angeblich der Stadt Chiwa seinen Namen gab. Noch der heutige Plan der Stadt erinnert an die Form eines Schiffes. Und auch der Brunnen „Cheiwak“ existiert noch heute im zentralen Teil der Altstadt, so als verbinden sich die Mythen über die Entstehung Chiwas mit den Fakten der Gegenwart.
Der Name Chiwa wurde schon in arabischen und persischen Chroniken und Reisenotizen aus dem 10. Jahrhundert u. Z. erwähnt. Der arabische Gelehrte Al Istachi zählte Chiwa zu einer der 30 größten Städte seiner Zeit und auch von anderen Gelehrten wurde sie erwähnt. In einer Aufzählung der choresmischen Städte in einem geheimen Brief, erwähnte Chudaiberdi bin Kuschmohamed Chiwaki eine „andere Festung, gegründet auf Sand von Noahs Sohn, und der Welt bekannt unter dem Namen Cheiwak“. Historiker erforschten den ältesten Teil der Stadt Itschan Kala durch Ausgrabungen auf 1.200 qm historischem Grund.
Chiwa – eine berühmte Stadt in Choresm, dem Land uralter Zivilisation, hat in ihrer Vergangenheit zahlreiche klimatische Katastrophen und geschichtliche Ereignisse überstanden. Die Quelle allen Lebens in Choresm ist der Fluss Amudarja. Verglichen mit den historischen Städten Samarkand und Buchara, besitzt auch Chiwa reiche und prachtvolle historische Werte. Das Besondere an Chiwa ist, dass alle Architekturdenkmäler der Stadt in ihrer ursprünglichen Form erhalten wurden.
![]() Juma Moschee ehemalige Freitagsmoschee mit 212 individuell geschnitzten tragenden Holzsäulen; Aufstieg auf das angeschlossene Minarett möglich; |
![]() Festung Ark Residenz des Khans mit Empfangssaal, Sommermoschee und Gefängnis; besonders lohnenswert der Rundumblick vom Wachturm auf die Stadt; |
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![]() Stadtmauer typisches Element orientalischer Architektur und fast vollständig rekonsturiert; umschliesst den historischen Stadtkern und verbindet die vier Stadttore, ausgerichtet nach den Himmelrichtungen; |
![]() Pachlavan Machmud Mausoleum letzte Ruhestätte des beliebten Volkshelden Pachlavan Machmud und heutige Pilgerstätte; der riesige Kuppelbau weithin türkis leuchtend; |
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![]() Minarett Kalta Minar auch „kurzes“ oder „grünes“ Minarett genannt; gilt als Wahrzeichen Chiwas; |
Palast Tasch Hauli Wohnsitz des Khans; zu besichtigen der Harem mit dem reich verzierten Innenhof; |
Das moderne Chiwa
Das alte und ewig junge Chiwa liegt 40 km vom Ufer des Amudarja entfernt, am Kanal Palvan-Jap. Im Nordwesten grenzt Chiwa an die Region Kuschkupir, im Norden an die Region Urgentsch, im Nordosten an die Region Jangijarik, im Südwesten an Turkmenistan. Der südliche Teil der Stadt grenzt an die Wüste Karakum. Zwei weitere Kanäle durchkreuzen die Stadt, der Ak-Jap Kanal und der Sertschali Kanal.Auf dem Territorium der Stadt Chiwa leben 49.200 Einwohner. Es umfasst 883 Hektar. Die Stadt liegt 93 Meter über NN. Das Klima ist streng kontinental mit langen heissen Sommern, kurzen strengen Wintern und wenig Niederschlägen. Die durchschnittliche Lufttemperatur im Januar beträgt 4,5° C, im Juni 27,4° C. Im Hochsommer kann das Thermometer auf 44° C steigen. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 90-100 mm.
Die Grösse der Altstadt Itschan Kala (innere Stadt) beträgt 26 Hektar. Der Grossteil der Verwaltungs- und öffentlichen Einrichtungen befindet sich in den Strassen Nachmidin Kubro, Amir Timur und Ferus, so beispielsweise die Stadtverwaltung, Teehäuser, Hotels, Banken und die Post. Im Westteil der Stadt befinden sich die medizinischen Einrichtungen, wie das zentrale Krankenhaus, die Entbindungsstation, die Kinderklinik und ein medizinisches College.
Zu den Industrieunternehmen der Stadt gehören eine Teppichfabrik, ein Keramikwerk, eine Näherei, ein Baumwollverarbeitungswerk und eine Fabrik zur Herstellung von Plastikartikeln. Die Stadt besitzt 12 Schulen, 5 Mittelschulen, ein Puppentheater, ein Stadion und einen Park.
Zur Region Chiwa gehören 9 Dörfer mit einer Gesamtfläche von 45.773 Hektar. 14.321 Hektar davon sind landwirtschaftliche Anbaufläche. Spezialisiert ist die Landwirtschaft in Choresm auf den Anbau von Baumwolle und Getreide. Der Palvan Kanal, beginnend am Fluss Amudarja und zur Bewässerung dienend, hat eine besonders grosse Bedeutung für das Leben in der Region Chiwa. In der Region Chiwa leben insgesamt 116.249 Einwohner. Insgesamt gibt es 44 allgemeinbildende Schulen.
Die Stadt Chiwa ist ein altes Kunsthandwerkerzentrum. Die Vereinigung der choresmischen Kunsthandwerker ist spezialisiert auf die Holzschnitzerkunst und Keramikherstellung. Die Besonderheit der Chiwaer Holzschnitzkunst sind Verzierungen an Türen, Toren, Säulen und Möbeln. Die Holzschnitzermeister nutzen das Holz von Ulmen und anderen einheimischen Bäumen. Zur Konservierung werden die Oberflächen mit Baumwollöl oder Leinöl behandelt. Auch die Kunstmalerei entwickelte sich in Chiwa. Meister der Kunstmalerei wirken bei der Restaurierung historischer Denkmäler und der Gestaltung moderner Gebäude mit. Die Stadtverwaltung von Chiwa und alle Chiwaer freuen sich, Sie in einer der ältesten Städte unserer Erde begrüßen zu dürfen.
Die Schönheit der Stadt mit ihren wunderbaren architektonisch wertvollen Ensembles lassen bei dem anspruchsvollen Touristen keine Wünsche offen. Hier findet jeder etwas für sich, in den alten engen Gassen, in gemütlichen Cafés und Teehäusern, den Kunsthandwerkstätten und kleinen Souvenirläden oder im historischen Handelszentrum Karawan Sarai.
Das gastfreundliche Chiwa erwartet Sie und wünscht Ihnen einen angenehmen Aufenthalt.





